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Forschungskonzept

Forschung und Entwicklung an der Fachhochschule Kufstein Tirol basieren programmatisch auf dem „Gesamtinstitutionellen Basiskonzept Forschung und Entwicklung“ und zum anderen auf den durchgeführten, aktuellen und zukünftig intendierten Forschungsprojekten des Lehr- und Forschungspersonals im Hinblick auf die Reflexion und Verwertung der erzielten Forschungsergebnisse und deren Umsetzung in die Praxis, aber auch in Lehre und Ausbildung.

Im Sinne des Anwendungsforschungsauftrages der Fachhochschulen werden Forschungsschwerpunkte und Forschungsplattformen entwickelt, die die Profilierung und die Effizienz der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der FH Kufstein Tirol nachhaltig fördern, insbesondere im Kontext der angestrebten Integration von Lehre, Wissenschaft und Praxis.

Diese grundlegende Programmatik, in Verbindung mit den einschlägigen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, bildet eine sinnvolle Basis für ein ganzheitliches FuE-Profil der Fachhochschule, das insbesondere den Kriterien der Interdisziplinarität, Internationalität, praktischen Nutzbarkeit und konstruktiven Reflexionsfähigkeit als permanenter Verbesserungsprozess Rechnung trägt.

So gesehen ist das Basiskonzept „Forschung und Entwicklung an der Fachhochschule Kufstein Tirol“ kein starres programmatisches „Grundgesetz“, sondern zielt vielmehr dezidiert auf ein lern- und entwicklungsfähiges als auch kritisch-konstruktives Programm, das durch einen internen Ideenaustausch und durch externe Stimuli neue wissenschaftliche Erkenntnisse aufgreift (oder auch selbst produziert) und sich dem „empirischen Test“ durch die nachhaltige Sicherstellung des Anwendungsbezuges und durch Wissenstransfer-Aktivitäten stellt.

Dieser realwissenschaftliche Auftrag der Forschung und Entwicklung an der FH Kufstein wird primär – in methodologischer Hinsicht – durch eine empirische, d.h. realitätsbezogene Forschungsmethodik geleitet. Dies erfordert die permanente Überprüfung und den „Tauglichkeitstest“ von Theorien und Modellen an der praktischen Einsatzfähigkeit, in enger Kooperation mit anwendenden Institutionen.

Sowohl Internationalität als auch Ausrichtung auf regionalspezifische Erfordernisse sind das inhaltliche Bindeglied der Studiengänge und der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten an der Fachhochschule Kufstein Tirol. Kernfächer in Ausbildung und Forschung sind die Wirtschaftswissenschaften, die Informatik, die Kulturwissenschaften sowie zukünftig auch in verstärktem Maße Technologie und Ingenieurwesen.

In diesem Sinne konzentriert sich das Basiskonzept Forschung und Entwicklung an der Fachhochschule Kufstein Tirol auf vier zentrale Forschungsgebiete als „tragende Säulen“ eines „ganzheitlichen Forschungsprogramms“: Wettbewerbsfähigkeit, Evaluierung & Benchmarking, Modellbildung & Simulation, Lehr- & Lernformen.

Die erste Säule dieses „Forschungsgebäudes“ fokussiert sich auf die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Organisationen. Hier steht vor allem die Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) im Vordergrund. Gerade durch die regionale Einbettung der Fachhochschule Kufstein Tirol in die stark klein- und mittelständisch strukturierte Wirtschaft Tirols und Südost-Oberbayerns wird in diesem Feld nach Modellen und Instrumentarien „geforscht“, die KMU in ihrer wirtschaftlichen Effizienz nachhaltig unterstützen. Pars pro toto wird in diesem Zusammenhang auf die abgeschlossenen Projekte AMI-SME (Analysis of Market Information for the Internationalisation of SMEs) und ALADDIN (Mobile Destination Management for SMEs) sowie das derzeit laufende Projekt „Lebenszyklusorientierte Qualitätsoptimierung von Gebäuden“ verwiesen.

Die zweite Säule stützt sich auf das Forschungsgebiet „Evaluierung und Benchmarking“. In diesem Kontext entstehen beispielsweise Bewertungsverfahren und wissenschaftlich fundierte Evaluierungen von Objekten, Systemen, Verfahren und Handlungsmodellen. Projektbeispiele hierzu sind die Entwicklung und Etablierung des Immobilien-Benchmarking-Instituts (IBI) sowie das laufende TWF-Projekt „Analyse der Wirkungen von Grossveranstaltungen im Eventlebenszyklus und ihr Beitrag zum Branding einer Destination“.

Der dritte Forschungsschwerpunkt umfaßt das breite Feld der Modellbildung und Simulation. Hier wird einerseits nach Methoden zur Abbildung von realen Systemen und Objekten geforscht, als auch Modellanwendungen entwickelt, um über Komplexitätsreduktionen qualifizierte Aussagen und Anwendungsansätze für Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu erhalten. Beispiele auf diesem Forschungsgebiet sind u.a. ITIS – Institut für Technik intelligenter Systeme an der Bundeswehr-Universität München, das Kooperationsprojekt SERIS-SEMIRAMIS Education Center in Kooperation mit der Universität Innsbruck, Institut für Wirtschaftsinformatik sowie das laufende Projekt „TECH IT EASY“ in Kooperation mit KMU und weiteren Forschungspartnern.

Die vierte „Säule“ des Forschungs- und Entwicklungskonzepts der Fachhochschule Kufstein Tirol konzentriert sich auf den Schwerpunkt der Entwicklung, Evaluierung und Modellanwendung neuer Lehr- und Lernformen, insbesondere im Hinblick auf die Verzahnung der Forschung mit der Lehre und Ausbildung und der Untersuchung potentieller elektronischer Unterstützungen des Wissenstransfers in Kombination mit traditionellen Lehr- und Lernformen. Projektbeispiele sind etwa das FH-Cluster zur Umsetzung von eLearning-Strategien (Moodle) sowie CBT- und WBT-orientierte Projekte einer auf wissenschaftlichen Grundlagen beruhenden nachhaltigen Förderung des Behaltwertes und der Effizienz moderner Ausbildungsformen.

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